Project Space Open Call Ergebnisse

Drei ausgewählte Einreichungen des Open Calls: Jugendräume in Mistelbach gestalten; Foto rechts: İklim Doğan

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Mit dem Open Call „Jugendräume für Mistelbach gestalten” hat das Wonderland Team im Herbst 2025 kreative Akteur:innen eingeladen, Ideen für neue Begegnungsräume für junge Menschen in Mistelbach (Niederösterreich) zuentwickeln. Im Laufe des Project-Space-Workshops in Mistelbach im Dezember 2025 konnten die ausgewählten Architekt:innen Mistelbach hautnah erleben. Zuvor hatten sie sich bei der Ausschreibung bereits mit dem Thema Jugendräume in Mistelbach auseinandergesetzt, für alle jedoch war der Workshop im Dezember das erste Mal, dass sie den Ort selbst sehen und kennenlernen konnten. 

Drei ausgewählte Beiträge bildeten die Grundlage für den dreitägigen Project-Space-Workshop im Dezember 2025. Aus den vielen spannenden Entwürfen wählte die Jury die Arbeiten von Jakob Grabher, dem Duo Fabian Partoll und Jan Niklas Schopf sowie dem Duo Anne Kalthöner und Lucien Schmidt-Berteau aus. Die Teilnehmer:innen trafen sich in Mistelbach, um gemeinsam Ansätze für zeitgemäße Jugendräume im ländlichen Raum zu entwickeln. Ziel des Workshops war es, niederschwellige, übertragbare Lösungen zu entwerfen, die soziale Teilhabe, Selbstorganisation und Freizeitqualität für junge Menschen ermöglichen. 

Im folgenden werden die drei ausgewählten Einreichungen vorgestellt:

Jakob Grabher

Ich bin ein starker Verfechter von REUSE. Sollte es in Mistelbach leerstehende Objekte geben, so würde ich diese unbedingt im Entwurf integrieren. (Leider war ich noch nie vor Ort und kenne deshalb die bestehende Situation nicht). Gibt es Räumlichkeiten der Gemeinde, welche oft leerstehen? Wie wäre es mit einer Mehrfachnutzung von Räumlichkeiten im Rathaus oder anderen kommunalen Einrichtungen? Wenn eine Mehrfachnutzung/REUSE im Gebäudemaßstab nicht möglich ist, so soll dies zumindest auf Bauteilebene in Betracht gezogen werden. Allgemein verfolge ich einen Designansatz, der sich stark nach Vorhandem richtet und bei welchem ausschließlich reversible Verbindungsmethoden zum Einsatz kommen.

– Verwendung von gebrauchten bzw. wieder/weiterverwendeten Materialien und Elementen
– Reversible Fügungsmethoden

–> DESIGN FOLLOWS AVAILABILITY

Ein wohltemperierten Innenraum der ganzjährig nutzbar ist, samt sanitärer Infrastruktur und im Optimalfall sogar einer Kochmöglichkeit wird als Best-Case-Szenario gesehen. Unabhängig davon, ist ein weiterer Treffpunkt im öffentlichen Raum, irgendwo in Parknähe/Skateparkt/Sportplatz/Spielplatz hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab, wünschenswert. Dabei denke ich an eine überdachte witterungsgechütze Fläche mit Sitzgelegenheit sowie einer Lagermöglichkeit (beispielsweise einem kleinen Schiffskontainer). OPEN-Source ist nice! Der Wunsch nach einem modularen und leicht zu kopierbarem Design, ist jedoch nur teilweise mit der Verwendung von Vorhandenem vereinbar, da nicht immer alles vorhanden sein wird.

Um diesem Wunsch nachzukommen, schlage ich die Verwendung von Gerüstelementen (z.b: Layher) vor. Alternativ ein Gerüst aus Holzlatten.

Grünschnitt soll eingeflochten werden: bietet Schatten, Schutz vor Wind, und bietet Lebensraum für Insekten und andere Tiere. Vorallem Neophyten, wie beispielsweise der Japanische Staudenknöterich könnte verwendet werden. Der Container bietet sowohl eine Lagermöglichkeit, als auch funktioniert er als Fundament. Es soll eine Überdachung geben aus Plattenmaterial/Brettern, welches von einer LKW-Plane abgedeckt wird. Erstrebenswert ist eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Bauhof. Nach wie vor wird leider sehr viel abgerissen/ weggeschmissen. Ich bin mir sicher, dass sich dort brauchbares Material finden lässt. Ein IBC-Tank kann Wasser sammeln und dient als Fundament.

Was bedeutet kostengünstig? Was ist das Budget? Meine Ideen sind KOSTENGÜNSTIG weil:
Gebrauchte und wiederverwendete Materialien –> Weiternutzung von allfälliger grauer Energie –> weniger externalisierte Kosten

Falls der oben genannte Vorschlag den Kostenramen sprengen sollte, hier die Idee einer mobilen Minimallösung: Eine rollbare Lagerbox als mobiles Mulitfunktionsmodul.
Diese soll auf großen Rädern montiert sein und somit leicht an gewünschte Orte geschoben werden. Lagermöglichkeit für Spiele, Sportgegenstände, Sonnenschutz, Stühle, Tisch, Sonnnenschirm, Mülleimer, Erste Hilfe Koffer, Fahrradpumpe,…

Kontakt:
[email protected]

Anne Kalthöner und Lucien Schmidt

ein interaktives placemaking tool

gedanke

Unser Pavillion schlägt eine interaktive und anpassbare Architektur vor, zwei bewegliche Räume: der eine, der konstant in Bewegung sein kann und der andere, der es je nach Bedarf ist. Anpassbar an die Nutzer:innen, die Gegebenheiten und das Programm. Es ist nicht nur ein ‚technischer‘ Raum, der eine zentrale Küchenplattform und Staufläche beinhaltet.
Man kann sich nämlich bei einem angehängten ‚Raum‘ unter ein Dach setzen, es ist ein überdachter Ort, der vor Witterung schützt und das Sitzen im Sommer gemütlicher macht.
Die Besonderheit liegt in seiner Beweglichkeit, er kann bei Sonne, je nach Orientierung als Sonnenschutz benutzt werden. Auf dem Pavillion sitzen zwei Objekte, der Wassertank, der die darunterliegende Küche versorgt, und das Solarpanel, für Strom in der Küche und alles drumherum.

Der bewegliche Raum gliedert sich in 2 zusammenhängende Komponenten: einerseits ein ‚technischer‘ Teil der auf einer Anhängerplattform steht. der wiederum ist in 2 Ebenen unterteilt; einmal den Kern, geschütz und (meist) geschlossen, den man erweitern kann, etwas hinzufügen und ihn drehen, wenn man will und wenn nicht, dann ist er geschlossen, gemütlich und man kann darin sitzen, kochen oder seine Zeit mit den ganzen Stau und Verräumflächen verbringen, die der Wagen zu bieten hat. Das Konzept funktioniert geschlossen und geöffnet und zeigt auf, dass alles, was junge Menschen brauchen, Platz und Flexibilität ist.

 

co-kreativer prozess

Als gemeinschaftlich gedachtes Projekt soll der Pavillon gebaut, montiert und genutzt werden. Nach dem Prinzip: jeder bringt sei- nen Hocker darf sich in das Projekt ganz frei eingebracht werden.

Mit dem Gedanken, einen überdachten Gemeinschaftsort vorzuschlagen, möchten wir das gesamte Potential einer flexiblen Architektur zeigen, die man erweitern und beliebig oft herstellen kann – mit wenig Aufwand aber so, dass junge Menschen in ihm Platz und Flexibilität finden können.

 

funktion(en)

Ein überdachter Gemeinschaftsort:
der bewegliche Witterungsschutz ist konstant bedienbar, er behält den Pavillion als Zentrum und lässt eine schattige und trockene Nutzung zu. Darunter können Hocker und Kisten aus dem Wagen entnommen werden und laden zum abendlichen Kinobesuch ein. Die Vorder- und Rückseiten des Pavillons bieten eine Menge Steck- und Staufläche, um Sitz und Sonnenschutz darin aufzubewahren, aufzuhängen und zusammenzufalten.
Das Dach aus wiederverwendeten Oberlichtern hält einen Wassertank und Solarpanele. Dadurch kann der Pavillon für Kochabende im Sommer oder Winter gerne verwendet werden.
Man kann den Pavillon auch gerne verschieben, ihn drehen oder an einen anderen Ort bringen. Er steht auf einem handelsüblichen Anhänger und ist dadurch ein flexibles Objekt. Die Festwiese haben wir auch deshalb gewählt, weil wir glauben, dass der Zirkus und der Wagen in ihrer Nutzung und Art sehr gut zusammenpassen werden.

material

Die Basis stellt ein handelsüblicher Anhänger, darauf aufbauend beherbergt er eine Rahmenkonstruktion in Leichtbauweise in der Aufbewahrungseinheiten und Versorgungselemente angebracht sind. Wir möchten so viel Material wie möglich wiederverwenden und schlagen deshalb vor, sowohl das verwendete Holz als auch Dach und Fenster-Elemente aus anderen Kreisläufen in den Pavillon einzubauen. Wir stellen uns vor, dass der Raum nie zuende gebaut sein wird.

Kontakt:
[email protected]
[email protected]

Fabian Partoll und Jan Niklas Schopf

Raum2odule

Wir sehen bei diesem Projekt die Möglichkeit, einen Ort für die Jugend zuschaffen, bei dem es um Partizipation geht. Einen Ort der von der Gemeinde, für die Gemeinde ist. Wo jeder mithilft und einen Teil dazu beiträgt. Ja, der sogar die Gemeinschaft stärkt, da jeder seine Talente einsetzen und seinen Beitrag leisten kann.

Materialien mit Vergangenheit für eine neue Zukunft: Indem wir recycelte Elemente nutzen, verleihen wir Fragmenten einer anderen Zeit neuen Glanz. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte weiter – so wird die Vergangenheit nicht entsorgt, sondern neu belebt.

Egal ob Treffpunkt, Eventort, Rückzugsort, Flohmarkt, Bauernmarkt, Yogashala, Turnraum oder ein Ort zum Chillen und um sich auszutauschen. Dieser modulare Pavilion ist kostengünstig, gemeinschaftsstärkend und vielschichtig einsetzbar.

Durch seine Konstruktionslogik ist der Jugendraum anpassbar und wandelbar. Kann somit an unterschiedlichsten Gemeinden und Orten, raum- und sinnstiftend errichtet werden und kann sich durch seine wiederverwendeten Materialien mit der Geschichte der Gemeinde verwurzeln und respektvoll in den Ort einfügen.

Kontakt:
[email protected]